Kaffeegenuss von Frauen aus Miraflor
Dieser Kaffee trägt seinen Namen nicht ohne Grund: Beim Café Feminista liegen Anbau und Aufbereitung in den Händen von Kaffeebäuerinnen aus den Kooperativen des UCA Miraflor in Nicaragua. Doch ihre Rolle endet nicht auf der Kaffeeparzelle. Die Produzentinnen sind zugleich Mitglieder der Café Chavalo eG in Deutschland und können über wichtige Fragen und Entscheidungen unserer Genossenschaft mitbestimmen.
Das Besondere der „Honey“-Aufbereitung
Beim Honey Processing werden die Kaffeekirschen anders verarbeitet als bei der klassischen nassen Aufbereitung. Nach der behutsamen Ernte per Hand entfernen die Produzentinnen in Miraflor die Schalen der Kaffeekirschen mechanisch mithilfe einer Entpulpers, ohne sie zu waschen. Dadurch verbleiben Teile des klebrigen Fruchtfleisches an den Kaffeebohnen und trocknen anschließend gemeinsam mit ihnen.
Honig kommt bei diesem Verfahren übrigens nicht zum Einsatz. Die Bezeichnung "Honey" bezieht sich auf die klebrige Fruchtfleischschicht, die nach dem Entpulpen an den Bohnen verbleibt. Je nachdem, wie viel Fruchtfleisch an den Bohnen verbleibt und wie die anschließende Trocknung erfolgt, werden verschiedene Honey-Aufbereitungen unterschieden. Unser Café Feminista ist ein Red-Honey-Kaffee.
Herkunft
Im Nordwesten Nicaraguas, nahe der Stadt Estelí, liegt das rund 250km² große Naturreservat Miraflor. Das Gebiet erstreckt sich über verschiedene Höhenlagen und Klimazonen und ist Lebensraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten. In dieser Landschaft ist auch der Kooperativenverband UCA Miraflor zu Hause.
Der UCA Miraflor ist ein Zusammenschluss von zwölf kleinen Genossenschaften mit rund 200 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern. Auf über 1.000 Metern Höhe bauen sie unter anderem Bio-Arabica-Kaffee an. Die Kaffeepflanzen wachsen in Mischkulturen und im Schatten anderer Nutzpflanzen.
Aus diesem Kooperativenverband stammt auch der Café Feminista. Bei diesem Kaffee übernehmen die beteiligten Kaffeebäuerinnen den Anbau und die besondere Red-Honey-Aufbereitung selbst. Als Mitglieder der Café Chavalo eG sind sie darüber hinaus auch in die genossenschaftlichen Entscheidungsstrukturen in Deutschland eingebunden.
Café Chavalo und die Zusammenarbeit mit Nicaragua
Wir sind eine kleine Genossenschaft in Leipzig, die seit 2017 Bio-Kaffee direkt aus Nicaragua importiert. Unser Ziel ist ein Handel, der den Beteiligten langfristig verlässliche Einkommensmöglichkeiten bietet und auf direkten, langfristigen Handelsbeziehungen aufbaut.
Unsere Zusammenarbeit geht dabei über den Einkauf des Kaffees hinaus. einige der Kaffeeproduzentinnen und -Produzenten aus Nicaragua sind Mitglieder der Café Chavalo eG und können an den Entscheidungen unserer Genossenschaft mitwirken. Damit wollen wir neue Wege in der Zusammenarbeit zwischen den Produzentinnen und Produzenten in Nicaragua und unserer Genossenschaft in Deutschland gehen.